Kürzlich erreichte mich ein echter Lichtblick in dieser Zeit trüben Novemberwetters. Eine Studentin, die vor 4 Jahren an einem der seinerzeit von mir veranstalteten Seminare zur modernen amerikanischen Dichtung teilgenommen hatte, bedankte sich bei mir für Unterstützung und Inspiration.
Dear Mr. Noa,
(...) I attended one of your seminars at Göttingen University, namely "Faces and Voices of Modernism: Modern American Poetry from Carl Sandburg to Robert Lowell" in the winter term 2006/2007.
In 2008, I contacted you again, as you might remember, for I was preparing my Bachelor thesis which I wanted to write about Robert Frost and "Stopping by Woods on a Snowy Evening".
I asked you for additional source material and your opinion, and you were kind enough to generously share your ideas with me.
I haven't contacted you since, and I do feel very bad about it since you provided me so promptly with your help. Following the principle "better late than never", I have attached the introduction of my thesis which I was happy to hand in February 2009 - since you are mentionned by name, it seems only fair.
Thank you again for your support, during and after the course. I really appreciate it - even until today, for I am now attending "Communicative Approaches to Teaching Poetry in the EFL Classroom", and I find everything we learnt in "Faces and Voices of Modernism" very helpful and, looking at the subject of my Bachelor thesis, obviously very motivating.
You really did spark my interest in poetry and I wanted to give you your credit for it.
With kind regards,
xyz
Neben der persönlichen Freude ist dies natürlich auch ein Paradebeispiel für einen ausgezeichneten Networking-Ansatz. Die Kommunikationsform ist authentisch, persönlich und sachbezogen. Ich finde dies mittlerweile außergewöhnlich und erwähnenswert, denn in vielen Netzwerken sind Kontaktpflege und Informationsaustausch zur Jagd auf High-scores bei der Zahl der "Freunde" verkommen. Und selbst die professionellen Plattformen wie XING oder LinkedIn machen mir mehr und mehr den Eindruck einer großen Ansammlung von Karteileichen. Viele Teilnehmer scheinen selbst nicht genau zu wissen, warum sie Mitglied dieses oder jenes Netzwerks sind und was sie dort eigentlich erreichen wollen.
Netzwerken heißt kommunizieren! Und professionelles Netzwerken benötigt auch professionelle Inhalte und Umgangsformen - in einer gefälligen Verpackung. Wie Smalltalk auf einer Dinnerparty. Vor allem regelmäßig sollte es geschehen, wozu man ein Gespür für Gelegenheiten entwickeln muss. Welche Nachricht hat einen echten Informationswert für welchen meiner Kontakte? Bei wem sollte ich mich in welcher Form melden, um den Kontakt nicht abreißen zulassen? Wem eine solche "Bestandpflege" zu aufwendig ist, der sollte darüber nachdenken, ob der eigene Freundeskreis nicht mittlerweile etwas zu groß geraten ist.
Und vor allem, was ist mit denjenigen Kontakten, die nicht in Internet-Netzwerken organisiert sind? Hier tut man sich oft besonders schwer, hat man doch bereits alle Hände voll zu tun mit der "Verwaltung" der institutionalisierten Bekanntschaften. Hier gelten umso mehr die obigen Anregungen für die Kommunikation mit den eigenen Kontakten.
Und wenn man dann eine solch nette Nachricht wie eingangs erhält, ist das wie ein Blumenstrauß, obwohl gerade nicht Hochzeitstag ist und man sich auch sonst nichts hat zuschulden kommen lassen...
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