Recruiter's Corner

Recruiter's Corner ist ein Ort für Mei­nungen und Meldungen aus der Welt des Personal­wesens und der Personal­­beschaffung.

"Ich bin dann mal weg!"
Die hiesi­ge Prä­senz von "Recruiter's Corner" ist mittler­weile voll­ständig umge­zogen und wird an dieser Stel­le auch nicht mehr fort­geführt.
Neuer, schöner & besser findet man den Blog unter: www.recruiters-corner.de

Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

 

Der aktuelle DAK Ge­sund­heits­be­richt weist eine Reihe in­teressan­ter Er­geb­­nisse aus der Berufs­welt auf.

So ist der Kranken­­stand im letz­ten Jahr quasi nicht ge­­stie­gen, obwohl grund­sätzlich davon aus­ge­gangen wird, dass in wirt­schaft­lich star­ken Zeiten die Zahl der Tage von krankheits­­bedingter Berufs­­unfähig­keit ansteigt. Je schlechter die Zeiten, desto weniger "erlauben" Arbeit­nehmer es sich, aus Krankheits­gründen der Arbeit fortzu­bleiben. Und eigent­lich sollte umgekehrt der Krankheits­stand mit anziehender Konjunktur wieder ansteigen.

DAK-Chef Herbert Rebscher kommentiert die anhaltend niedrigen Zahlen beim Krankenstand mit der Erklärung, dies zeige die hohe Leistungsbereitschaft und Motivation der Arbeitnehmer in Deutschland.

Dass auch andere Erklärungsansätze denkbar sind, zeigt ein weiterer Schwerpunkt des Berichts. Der Anteil der Erkrankungen mit psychischen Krankheitsbildern steigt immer stärker an. Sie verursachen mittlerweile ein Achtel der Fehltage und haben damit ihre Bedeutung in den letzten zwölf Jahren verdoppelt. Dabei betreffen Depressionen und andere psychische Störungen auch immer mehr jüngere Arbeitnehmer.

Wenn man die Ergebnisse der Arbeitsklima-Studie der JOB AG mit einbezieht, zeichnet sich deutlich ab, dass es für die meisten Arbeitnehmer eben keinen "gefühlten" stabilen Aufschwung gibt. Die größte Sorge der Arbeitnehmer besteht in der Unsicherheit bezüglich der eigenen beruflichen Zukunft. Und so dominieren Zukunftsängste das Gefühlsleben. Globale Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt schwächt das Vertrauen in den deutschen Aufschwung und der Schock der als plötzlich und unerklärlich empfundenen Finanzkrise mit dem rapiden Zusammenbruch der bekannten europäischen Arbeitswelten ist längst nicht überwunden. Die deutschen Arbeitnehmer sind allem Anschein nach eher "getrieben" als "motiviert".

Für den Gesundheitsreport hat die DAK die Krankschreibungen von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Die niedrigsten Krankenstände lagen im Bereich Bildung, Kultur, Medien und die höchsten in Öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen. Außerdem liegt der Krankenstand in den östlichen Bundesländern weiterhin um ca. 1 Prozentpunkt höher als im Westen.

 

Zum DAK Gesundheitsreport:

http://www.presse.dak.de/ps.nsf/sbl/D338768DFA60F652C125782400478F78

Der Arbeitsklima-Index der JOB AG:

http://www.job-ag.com/arbeitsklima-index/2011/arbeitsklima-index_Zusatzfrage.php

Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de
 

Das Arbeits­gericht (ArbG) Ber­lin hat ent­schieden, dass die außer­ordent­liche, frist­lose Kündi­gung eines Kassierers wegen des Ver­dachts der Erstellung fiktiver Pfandbons Bestand hat. Dabei hat das Gericht befunden, dass der dringende Verdacht, ein Kassierer habe manuell Pfandbons erstellt, ohne dass dem ein tatsächlicher Kassiervorgang gegenübergestanden hätte, und den Gegenwert an sich genommen, so dass die Kasse bei Kassenabschluss kein Plussaldo aufwies ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung i.S.v. § 626 Abs. 1 BGB sei.

Auch die Abwägung, bzw. Gegenüberstellung einer 17jährigen beanstandungsfreien Betriebszugehörigkeit und ein in Frage stehender Schaden von lediglich 6,06 EUR seien nicht ausreichend, um der Klage des Gekündigten auf Weiterbeschäftigung statt zu geben. Vielmehr könne im vorliegenden Einzelfall angesichts des Tatsache, dass sich der Verdacht auf eine Straftat im Kernbereich der Aufgaben als Kassierer sowie auf eine erst durch eine gezielte Manipulation geschaffene Möglichkeit zur Schädigung des Arbeitgebers richtet, die Interessenabwägung nicht zugunsten des Arbeitnehmers ausfallen.

Die Zentrale des beklagten Arbeitgebers hatte in der Filiale, in der der Kläger beschäftigt war, eine auffällige Häufung manuell hergestellter statt eingescannter Pfandbons festgestellt und den Kläger mittels einer zu diesem Zweck eingerichteten Videoanlage überwacht. Die in diesem Kontext ermittelten Unregelmäßigkeiten stellten die Grundlage für die außerordentliche, fristlose Kündigung.

Der Kläger konnte im weiteren Verlauf des Verfahrens die ihm konkret vorgelegten Fälle nach Ansicht des Gerichts nicht zufriedenstellend erklären. Darüber hinaus habe es für die vom Kläger aufgeführten "Sonderfälle" der manuellen Leergutbonerstellung weitgehend eindeutige Dienstanweisungen gegeben, die nicht eingehalten worden seien.

Zum Urteil (Az: 1 Ca 5421/10): http://bit.ly/gEHzWN

 

In einer Presse­mitteilung veröffentlichte das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln eine Entscheidung zur Zulässig­keit von Vor­schriftenen zum äußeren Erscheinungsbild von Arbeitnehmern. Dabei kam ein ganzer Katalog von Vorschriften auf den Prüfstand: entnommen wurden diese einer Gesamt­betriebs­vereinbarung eines Unternehmens, das an Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei Fluggastkontrollen vornimmt.

So ist es nicht zulässig, Mitarbeiterinnen vorzuschreiben, die Fingernägel nur einfarbig zu tragen, und von männlichen Mitarbeitern darf nicht verlangt werden, bei Haarfärbungen nur natürlich wirkende Farben zu tragen, so dass die "Natürlichkeit der Haarpracht" nicht beeinträchtigt wird.

Andere umstrittene Teile der Regelung über das Erscheinungsbild der Mitarbeiter hielt das Gericht dagegen für wirksam, so z.B. – wegen der Verletzungsgefahr für die Passagiere – die Anweisung, Fingernägel „ in maximaler Länge von 0,5 cm über der Fingerkuppe zu tragen“.

Auch folgende Vorschriften über das Tragen von Unterwäsche sah das Gericht nicht als unverhältnismäßige Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts der Mitarbeiterinnen an, weil sie dem Schutz der vom Arbeitgeber gestellten Dienstkleidung und einem ordentlichen Erscheinungsbild dienten:

„Das Tragen von BHs, Bustiers, bzw. eines Unterhemdes ist vorgeschrieben.“

„Diese Unterwäsche ist in weiß oder in Hautfarbe ohne Muster/Beschriftungen/ Embleme, etc. zu tragen bzw. anders farbige Unterwäsche darf in keiner Form durchscheinen.“

„Feinstrumpfhosen sowie Socken dürfen keinerlei Muster, Nähte oder Laufmaschen aufweisen.“

Ebenso billigte das Gericht folgende Anweisungen für männliche Mitarbeiter:

„Grundsätzlich sind Haare immer sauber, niemals ungewaschen oder fettig wirkend zu tragen.“

„Eine gründliche Komplettgesichtsrasur bei Dienstantritt ist Voraussetzung; alternativ ist ein gepflegter Bart gestattet.“

 

Zum Beschluss des Landesarbeitsgerichts Köln (AZ 3 TaBV 15/10):

http://www.justiz.nrw.de/nrwe/arbgs/koeln/lag_koeln/j2010/3_TaBV_15_10beschluss20100818.html

 

Bildquellenangabe: Robert Babiak jun. / pixelio.de

 

Das Bundesfamilienministerium muss die Gelder für das 2010 bewilligte Elterngeld aufstocken. Im vergangenen Jahr wurde ca. 140 Millionen EUR mehr benötigt als ursprünglich im Haushalt vorgesehen waren. Die entsprechenden Mittel wurden vom Haushaltsausschuss des Bundestages abgesegnet. Damit setzt sich eine Tendenz fort, da auch im Vorjahr in ähnlichem Maße nachgelegt werden musste.

Dabei seien sowohl die Geburtenrate als auch der Anteil von Vätern, die das Elterngeld in Anspruch genommen hätten, gestiegen: http://bit.ly/hQcaoH (Passauer Neue Presse).

Beide Effekte lassen sich wohl unmittelbar aus der deutlich gebesserten wirtschaftlichen Lage ableiten. Ob die familienpolitischen Instrumente wie von Ministerin Schröder propagiert greifen, wird sich letztendlich erst in Zeiten relativer wirtschaftlicher Schwäche zeigen. Wenn die berufstätigen Väter, die sich jetzt ihrer Jobs und ihrer Karriereoptionen sicher sind, auch in Zukunft in einem vergleichbaren Umfang beides riskieren, kann man von einem politischen Erfolg sprechen - hier sind aber sicherlich noch Zweifel angebracht.

Ein echter Prüfstein für den angestrebten "Wertewandel" bei der (geförderten) Kindererziehung wäre beispielsweise die deutliche Ausdehnung der durch Väter abzuleistenden "Pflichtperiode" über die derzeitigen zwei Monate hinaus. Das widerspräche allerdings der für die modernen Arbeitswelten für Familien notwendigen Flexibilität - die wahrscheinlich weiterhin zu Ungunsten der Frauen ausgelegt werden wird.

 

Bildquellenangabe: Lilo Kapp / pixelio.de

 

Kürzlich erreichte mich ein echter Lichtblick in dieser Zeit trüben Novemberwetters. Eine Studentin, die vor 4 Jahren an einem der seinerzeit von mir veranstalteten Seminare zur modernen amerikanischen Dichtung teilgenommen hatte, bedankte sich bei mir für Unterstützung und Inspiration.


Dear Mr. Noa,

(...) I attended one of your seminars at Göttingen University, namely "Faces and Voices of Modernism: Modern American Poetry from Carl Sandburg to Robert Lowell" in the winter term 2006/2007.
In 2008, I contacted you again, as you might remember, for I was preparing my Bachelor thesis which I wanted to write about Robert Frost and "Stopping by Woods on a Snowy Evening".
I asked you for additional source material and your opinion, and you were kind enough to generously share your ideas with me.

I haven't contacted you since, and I do feel very bad about it since you provided me so promptly with your help. Following the principle "better late than never", I have attached the introduction of my thesis which I was happy to hand in February 2009 - since you are mentionned by name, it seems only fair.

Thank you again for your support, during and after the course. I really appreciate it - even until today, for I am now attending "Communicative Approaches to Teaching Poetry in the EFL Classroom", and I find everything we learnt in "Faces and Voices of Modernism" very helpful and, looking at the subject of my Bachelor thesis, obviously very motivating.
You really did spark my interest in poetry and I wanted to give you your credit for it.

With kind regards,
xyz

Neben der persönlichen Freude ist dies natürlich auch ein Paradebeispiel für einen ausgezeichneten Networking-Ansatz. Die Kommunikationsform ist authentisch, persönlich und sachbezogen. Ich finde dies mittlerweile außergewöhnlich und erwähnenswert, denn in vielen Netzwerken sind Kontaktpflege und Informationsaustausch zur Jagd auf High-scores bei der Zahl der "Freunde" verkommen. Und selbst die professionellen Plattformen wie XING oder LinkedIn machen mir mehr und mehr den Eindruck einer großen Ansammlung von Karteileichen. Viele Teilnehmer scheinen selbst nicht genau zu wissen, warum sie Mitglied dieses oder jenes Netzwerks sind und was sie dort eigentlich erreichen wollen.

Netzwerken heißt kommunizieren! Und professionelles Netzwerken benötigt auch professionelle Inhalte und Umgangsformen - in einer gefälligen Verpackung. Wie Smalltalk auf einer Dinnerparty. Vor allem regelmäßig sollte es geschehen, wozu man ein Gespür für Gelegenheiten entwickeln muss. Welche Nachricht hat einen echten Informationswert für welchen meiner Kontakte? Bei wem sollte ich mich in welcher Form melden, um den Kontakt nicht abreißen zulassen? Wem eine solche "Bestandpflege" zu aufwendig ist, der sollte darüber nachdenken, ob der eigene Freundeskreis nicht mittlerweile etwas zu groß geraten ist.

Und vor allem, was ist mit denjenigen Kontakten, die nicht in Internet-Netzwerken organisiert sind? Hier tut man sich oft besonders schwer, hat man doch bereits alle Hände voll zu tun mit der "Verwaltung" der institutionalisierten Bekanntschaften. Hier gelten umso mehr die obigen Anregungen für die Kommunikation mit den eigenen Kontakten.

Und wenn man dann eine solch nette Nachricht wie eingangs erhält, ist das wie ein Blumenstrauß, obwohl gerade nicht Hochzeitstag ist und man sich auch sonst nichts hat zuschulden kommen lassen...

Bildquellenangabe: Claudia Hautumm / pixelio.de

 
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