2010-01-16

Das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA) hat in einer Pressemitteilung veröffentlicht, dass Erziehungsurlaub die Weiterbildungschancen von Müttern verringert. Dies sei eines der Ergebnisse einer demnächst erscheinenden Studie, die Schwächen der deutschen Familienpolitik belege. Darüber hinaus erhielten auch Frauen ohne Kinder weniger Weiterbildungsangebote.

Die bislang als IZA Discussion Paper vorliegende Untersuchung "The Effects of Maternity Leave Extension on Training for Young Women" von Patrick Puhani und Katja Sonderhof zeigt, dass die Qualifizierung und Fortbildung von jungen Frauen durch Arbeitgeber deutlich einschränkt wurde, je stärker der staatliche Mutterschutz ausgebaut wurde. Um ein Drittel bis um die Hälfte reduzuert wurden dadurch die Angebote zur beruflichen Weiterbildung an junge Frauen und Mütter, die die bis zu 36 Monate Mutterschutz je Kind in Anspruch nehmen oder dies eventuell tun könnten. Seit 1992 habe sich diese Situation mit dem Ausbau der Elternzeitkonzepte ständig verschlechtert und liefe damit parallel zu den rückläufigen Geburtenraten und stelle eine neue Art von Hindernis für die Vereinbarkeit von Kindern und qualifiziertem Berufsleben dar.

Die Veringerrung der arbeitgeberseitigen Qualifizierungsmaßnahmen konnte nur zu einem geringen Teil durch eigene Weiterbildungsaktivitäten von Frauen kompensiert werden - zumal diese dann auch von einer anderen Qualität sind als die gezielte Förderung und Fortbildung im Rhamen einer innerbetrieblichen Karrierekonzeption.

Ein Vergleich mit Frankreich stellt das dort praktizierte Konzept einer verstärkten Kinderbetreuung als besseres Instrument der Familienpolitik dar, die höhere Geurtenraten und eine stärkere Beteiligug von Frauen am Berufsleben zur Folge habe. Dergleichen wird allerdings hierzulande allerdings immer noch gerne als "DDR-Zustände" stigmatisiert. Durch das zunehmende Ausbleiben der Stärkung des "weiblichen Humankapitals" - etwa durch "Herdprämien" würde dann allerdings ironischerweise der Geburtenrückgang weiter zementiert.

Die Presseerklärung zum Herunterladen: http://www.iza.org/files/IZA_Pressemitteilung_07012010.pdf

Direkt zum Discussion Paper: http://ftp.iza.org/dp3820.pdf