Führungskräfte bevorzugen kooperative Betriebsordnung
2010-01-17
Das Institut für Mittelstandsforschung der Leuphana Universität Lüneburg und die Personalberatung Hamburger Personalkontor haben im letzten Herbst für eine Untersuchung ca. 1.900 Personen aus Unternehmen aller Größenordnungen zum Thema betriebliche Sozialordnung befragt.
Dabei kam es zum Ergebnis, dass 57% der Arbeitskräfte als Arbeitgeber Unternehmen bevorzugen, in denen die Mitarbeiter als Partner angesehen werden und von der Unternehmensleitung eine hohe Wertschätzung erfahren. Diese bevorzugte kooperativ-gemeinschaftliche Sozialordnung, in der die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber geschätzt und Entscheidungen möglichst partnerschaftlich getroffen werden finden dann allerdings die wenigsten vor - ganze 15%. Die meisten (46%) finden eine paternalistische Sozialordnung vor, hierbei bestimmt maßgeblich die Firmenleitung die Entscheidungen im Unternehmen. Sie erwartet von den Mitarbeitern eine hohe Loyalität, ist aber auch um deren Wohlergehen bemüht. Mit 39% etwas weniger verbreitet ist die liberal-sachliche Ordnung, bei der sich das Arbeitsverhältnis vor allem auf Leistung und Gegenleistung konzentriert.
Neben Werten wie Respekt, Toleranz und Informiertheit spielt bei der Bewertung, ob die Sozialordnung stimmig für das eigene Arbeitsleben ist, auch die Beteiligung der Arbeitnehmer an Unternehmensentscheidungen eine wichtige Rolle. Vor allem in der paternalistischen Sozialordnung sind drei Viertel der Arbeitnehmer unzufrieden damit, dass Entscheidungen allein der Führungsebene vorbehalten bleiben. Vor allem bei einer immer höheren Qualifikation und Entscheidungskompetenz auf den nachgeordneten Führungsebenen ist hier eine Frustration vorprogrammiert, die sich zwangsläufig negativ auf die Produktivität auswirken muss. Abgesehen davon muss auch die Frage gestellt werden, inwiefern Unternehemen es sich leisten können, auf das Know-how und Potenzial ihrer Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungen zu verzichten.
Die Unternehmensführung "nach Gutsherrenart" ist dabei hoffentlich zum Auslaufmodell verdammt - die stets gesuchten Fach- und Führungskräfte werden bei der immer größeren Transparenz der Unternehmen zukünftig auch mehr Wert auf die betriebliche Sozialordnung legen, ohne dass man dazu einen "war for talents" bemühen muss.
Zur Presseerklärung:
http://hanseatisches-personalkontor.de/presse/pdfs/...
Zur Studie:
http://tiny.cc/v2c40