Werbung wirkt - es gibt keine schlechte Publicity!
Ein kleine Messe-Miszelle vom Rande des Geschehens auf der Zukunft Personal 2010 in Köln: Als ich gegen Mittag des dritten Messetages nach einem kurzen Rundgang durch die Halle wieder zum Stand meines Arbeitgebers JobTicket zurückkehre, empfängt mich dort meine überaus geschätzte Kollegin Eva Zils mit einer überraschenden Nachricht. Ein Mitaussteller habe uns eine Flasche Sekt für unser gelungenes Product Placement während unseres zuvor gemeinsam gehaltenen Vortrages zukommen lassen. Man habe dort Kundenkontakte als unmittelbare Reaktion auf die Erwähnung im Rahmen meiner Darstellung der Struktur des deutschen Online-Stellenmarktes erhalten.
In die zunächst aufkommende Freude - sowohl über die Resonanz als auch das freundliche Verhalten der Messekollegen - mischte sich allzu bald gehörige Verwirrung meinerseits. Während meiner Ausführungen im Forum hatte ich das entsprechende Produkt - eine Meta-Stellensuchmaschine - keineswegs über den grünen Klee gelobt. Ganz im Gegenteil, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hatte ich von der Verwendung von Meta-Suchmaschinen und Crawlern als Instrumenten der Rekrutierung aus diversen sachlichen Erwägungen heraus grundsätzlich abgeraten. Auf der zugehörigen Folie hatten sich einige Beispiele für Vertreter dieser Kategorie befunden und offenbar war der Anblick des Firmenlogos ausreichend, um als empfehlenswerte/etablierte Marke wahrgenommen zu werden - unter vollkommener Ausblendung des Kontextes den die eingeblendeten Logos lediglich illustrieren sollten.
War ich zu undeutlich, habe ich genuschelt oder mich argumentativ vergallopiert? Ich persönlich habe mich dann entschlossen, die Sache nicht philosophischer als nötig anzugehen und ein in dreifacher Hinsicht positives Resümee daraus zu ziehen:
1) Ein netter, professioneller und kollegialer Umgang miteinander wurde auf das Schönste praktiziert - nicht selbstverständlich und immer erwähnenswert!
2) In einem Anflug von Größenwahn erlaube ich mir die Annahme, dass der Vortrag und die Referenten soviel Renommee und Glaubwürdigkeit für sich verbuchen konnten, dass die bloße Erwähnung eines Produktes reichte, um dieses mit positivem Aufmerksamkeitsgewinn auszustatten.
3) Es hat sich ausgezahlt, dass ich mir bei der Auswahl der Illustrationen meiner Präsentation Gedanken und Mühe gemacht habe - so waren wirklich nur Produkte "platziert", die ein gewisses Niveau aufwiesen. Nicht auszudenken, wenn ich meine strukturell-strategischen Ausführungen mit notorisch katastrophalen Vertretern polemisiert hätte, um diese damit versehentlich zu "adeln".
Ach übrigens: für die optimierte Platzierung ihrer Produkte im Rahmen von zukünftigen Ausführungen, Veröffentlichungen und Vorträgen wenden sie sich bitte an die im Impressum angegebene Kontaktadresse...


