Berufschancen von Müttern in Ost und West

2009-11-30
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat in seiner jüngsten online verfügbaren Publikation eine Untersuchung mit dem Titel "Kinder, Karriere, Kompromisse: Wie der Nachwuchs die Arbeitsmarktpartizipation und Karrierechancen von Müttern beeinflusst" vorgelegt. Darin untersuchen Alexander Kubis, Lutz Schneider und Marco Sunder die Strukturen des Arbeitsmarktes in Bezug auf berufstätige Mütter.
Vor dem Hintergrund einer gestiegenen Bildungsbeteiligung von Frauen ist dabei die Erwerbstätigkeit von Frauen in allen Industrienationen angestiegen. Für Deutschland ist die Betrachtung dabei nach Ost und West zu differenzieren. Bei der Arbeitsmarktpartizipation liegt der Anteil berufstätier Frauen im Osten höher, der Westen zieht allerdings langsam nach, was den Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben angeht. Dies ist vor allem bei der Anzahl der Wiedereinsteigerinnen der Fall, während der Umfang der wieder aufnommenen Tätigkeit im Osten deutlich höher liegt.
Alles in allem bleibt es bei der Feststellung, dass Mütter gegenüber anderen berufstätigen Frauen Nachteile bei beruflichem Erfolg hinnehmen müssen - sowohl was das Einkommen, als auch das Prestige der ausgeübten Tätigkeit angeht. Im Ausblick auf die Zukunft wird zur Kompensation von Bevölkerungsschrumpfung und -alterung eine höhere Einbindung von Frauen in das Berufsleben gefordert - wo besonders bei den für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Mütter angesetzt werden müüse, und dies vor allem im Westen, wo die etsprechenden Defizit am größten seien.
Die gesamte Publikation Wirtschaft im Wandel 11 / 2009 ist hier online abrufbar: http://www.iwh-halle.de/d/publik/wiwa/11-09.pdf
Diese Untersuchung setzt damit einen interessanten Kontrapunkt zur Initiative des Betreuungsgeldes für zuhause erzogene Kleinkinder, die in der derzeit diskutierten Form irgendwo zwischen Subventionierung eines Familienbildes oder Lebensstils und einem Mitnahmeeffekt für Besserverdienende schwebt...